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8. Oktober 2014

Fernweh > Vernunft


Die Uni hat noch nicht wieder angefangen und ich sehne mich nach ein paar Tagen Urlaub. Seit ich aus der Sonne zurück bin, habe ich gearbeitet oder meinen Hintern in der Bibliothek platt gesessen, um noch möglichst viel von der To-Do-Liste streichen zu können. Unter enormem Zeitdruck arbeite ich am besten, das weiß ich und beweise es mir jedes mal wieder selbst. Der Augenblick der Euphorie, dass man es doch geschafft hat innerhalb von 48 Stunden die zehnseitige Ausarbeitung zu schreiben und kurz vor Schluss noch abzugeben, verfliegt recht zügig, wenn man nach dem Abhaken den nächsten Punkt der Liste anvisiert. Und es fordert eben auch einiges an Kraft, wenn man sich so stresst. In genau diesen Momenten wird mein unbändiges Fernweh jedes mal übermütig und schreit, dass es mal wieder Zeit für eine kleine Pause wird. Nur ein paar Tage. Ganz egal wohin, hauptsache raus. Nicht immer siegt dann meine Vernunft und nach einem vorsichtigen Blick auf mein Sparbuch, zücke ich meine Kreditkarte und buche mir einen Flug raus aus der Unibibliothek.
 
Und genau deswegen fliege ich im November nach Skandinavien. Eine gute Freundin absolviert momentan ihr Auslandssemester in Helsinki, wo ich sie für ein paar Tage besuchen werde, bevor wir gemeinsam nach Stockholm übersetzen. Ich freue mir Löcher in den Bauch und möchte 200 Purzelbäume schlagen, einfach weil ich mich so sehr freue. Ich habe noch nie die Ostsee gesehen, war noch nie über die deutsch-dänische Grenze hinaus, geschweige denn im Hohen Norden. Neue Orte erfüllen mich mit einem Gefühl von Abenteuer, das so wohlig im Bauch kribbelt. Ein bisschen wie frisch verliebt sein, die Vorfreude den Gegenüber zu entdecken und sich unbeschwert darauf einlassen zu wollen, egal was passiert. Einfach alles auf sich zukommen lassen. Genau dafür eignen sich so Städtetrips einfach fabelhaft. Ein paar Tage raus und neue Inspiration und vor allem Motivation sammeln. Und ein bisschen Zeit verbummeln, denn mit dem richtigen Zeitdruck im Nacken arbeite ich am allerbesten.

Fotocredits: Helsinki 1 und 2 von Johannes Vierula; Stockholm Priscilla Burcher

Kommentare:

  1. oh ja, unter zeitdruck arbeiten kenne ich nur zu gut... funktioniert bei mir aber irgendwie auch am besten, auch wenn es unsagbar stressig und nervenaufreibend sein kann!
    liebste grüße,
    maze :)

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  2. Helsinki finde ich spannend! Schon oft mal Reportagen darüber gesehen aber noch nie auf die Idee gekommen, einfach einen Flug zu buchen. Spontane Aktion die dir sicher eine super Zeit bereiten wird :-)

    Das mit dem Überdruck kenne ich, am besten funktioniert mein Gehirn, wenn es keine Pause hat und ich alles alleine machen muss. Aber vor deiner Leistung mit 10 Seiten ziehe ich meinen imaginären Hut!

    Liebe Grüße und viel Freude in Helsinki

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  3. ach, so unvernünftig ist das doch gar nicht! lässt dich sicher leichter lernen und arbeiten, wenn du etwas hast, worauf du dich freuen kannst :)

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  4. Ich wohne seit 2 Jahren in Helsinki - für mich die schönste Stadt der Welt.
    Allerdings hätte ich dir eher den Sommer empfohlen um herzukommen - Mitternachtssonne, tolles Wetter, viel Zeit am Wasser verbringen..
    Im November kann es schon verdammt kalt sein oder Schnee haben und mit viel draußen sein ist dann leider nichts :( Und leider ist es dann - je nachdem ob du Anfang oder Ende November herkommst - schon so um 15 - 16 Uhr dunkel.
    Aber ich hoffe du hast trotzdem eine wunderbare Zeit hier :) Helsinki ist wirklich unglaublich toll!

    <3

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