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8. April 2014

Kunststoff Shirts


Kunststoff, welch wortwitziger Name für ein Klamotten-Label. Wichtiger aber, wer steckt dahinter?
Danke, habe ich mir auch gedacht und dann zu spät gemerkt, dass es schon ein, zwei andere kleine Schneidereien mit dem Namen gibt. Deshalb heiße ich jetzt offiziell kunststoffshirts und hoffe, dass damit alles glatt läuft. Momentan mache ich das alleine, ich bin 19 Jahre, komme ursprünglich aus Lindau am Bodensee und wohne zur Zeit in Hamburg.

Der Gedanke hinter der Entstehung des Labels ist ein ehrwürdiger. Erzähl mal, was hast du dir da überlegt?
Eigentlich hatte ich hauptsächlich Lust, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Wenn ich aber schon die Möglichkeit habe, ein bisschen mehr auf Themen wie faire und ökologische Produktionen aufmerksam zu machen, will ich das gerne tuen. Deshalb ist das ganze Label jetzt sozial aufgebaut und ich hoffe, dass sich ein paar Menschen, welche die Website sehen Gedanken über ihr Kaufverhalten machen und in Zukunft vielleicht auch in anderen Bereichen bewusster konsumieren.

Deswegen auch Fairtrade Rohlinge. Wo kaufst du die Shirts und wieso genau von dort? Momentan bei Stanley & Stella und Continental Clothing/Earth Positive. Beide Marken haben viele Zertifikate für ihre faire Produktion bekommen. Sie zahlen angemessene Löhne, sorgen für sichere Arbeitsbedingungen und produzieren auch ökologisch nachhaltig. Natürlich kann ich das persönlich nicht prüfen und muss hier auf die verschiedenen Prüfer,vertrauen. Außerdem haben mir bei den Labels die Schnitte und Materialien am besten gefallen, ich bin damit wirklich sehr zufrieden.

Außerdem hast du eine selbstgebaute Druckmaschine, hab ich gelesen. Wie baut man so etwas selbst? Was für Vorteile hat das?
Na der Vorteil ist ja offensichtlich, ich habe damit ne Menge Geld gespart. Auch jeden einzelnen Rahmen schraube ich von Hand zusammen und komme so deutlich günstiger weg. Außerdem kann ich mir die Maße der Siebe selbst auswählen und kann deshalb jetzt sehr große Flächen drucken. Die meisten Siebe die man kaufen kann sind max. A3 Format, meine sind noch ein paar Zentimeter größer. Die Anleitung gibt es auf Youtube von einer offenen Siebdruckwerkstatt aus Berlin.

Das klingt alles schon sehr löblich. Aber das ist ja noch nicht alles. Ein Teil des erzielten Gewinns wird auch noch gespendet. Transparenz ist bei Spendengeschichten ja immer gefragt, also: Wie viel und vor allem wofür wird gespendet? 
Es werden pro Shirt/Tank Top 2€ und pro Hoodie/Crewneck 4€ gespendet. Das wird wohl in einem jährlichen Rhythmus passieren, den genauen Zweck werde ich dann bekannt geben. Es handelt sich auf jeden Fall um Projekte in ärmeren Gebieten außerhalb Europas.

Auf der Homepage steht auch, dass du für Kunden eigene Motive entwickelst, wie läuft das ab? Das mache ich für größere Gruppen. Zur Zeit entwerfe und bedrucke ich zum Beispiel für zwei Schulen ABI-Shirts. Wer zum Beispiel für einen Verein oder eine Band eigene, fair produzierte Shirts haben will, darf sich gerne melden. Das Motiv entwerfe ich dann ganz nach Wunsch und beim Preis gibt es natürlich einen Mengenrabatt.

Mehr Infos findet man auf der Facebook Seite des Labels oder der Webseite von Kunststoff Shirts selbst. Dort gibt es auch den Onlineshop. Kann man mal reinschauen. Aber vorsichtig beim Waschen: Die Prints verblassen etwas, wie man auf dem letzten Bild sieht.

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