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28. November 2013

We could be Kings


Es war Dave Hause, der Laura und mich damals irgendwie zusammenbrachte. Eine dieser Internetbekanntschaften, die mich plötzlich einlud nach Hannover zu kommen, um dort das Konzert des Mann mit der Gitarre zu besuchen. In Münster war es schließlich ausverkauft. In Hannover dann allerdings leider auch, also fiel mein Besuch erstmal aus. Nicht viel später besuchte mich Laura dann in Essen - der Beginn einer großen Liebesgeschichte. Und wie die so weiterging ist ja auf allen gängigen Social Media Kanälen nachzuverfolgen.

Am Wochenende war es also mal wieder soweit, ein Laura-Lena-Wochenende stand an. Dieses Mal mit Dave Hause und wie ich den werten Herrn aus Philadelphia finde, dürften aufmerksame Leser wissen - supermegaspitzenklasse nämlich. Daher freute es mich umso mehr, dass im Oktober sein zweites Soloalbum Devour erschien und es den Herrn in unsere Nähe verschlug. Karten hatten wir uns diesmal in weiser Voraussicht zügig besorgt und einer weiteren Pleite vorgegriffen. Einem fabelhaften Abend im Lindener Gig stand also nichts im Wege.

Als Support hatte Herr Hause den überaus sympathischen und bär(t)igen Kanadier Matt Goud aka. Northcote im Gepäck. Gerüstet mit Gitarre und rauchiger Chuck Ragan Stimme, spielte er eine gute halbe Stunde Songs von seinen drei Alben, die sich ziemlich gut in die Hause-Ragan-Fallon-Schublade stecken lassen. Live gefiel mir das Ganze zwar etwas besser, aber an so einem ussligen Regentag wie heute bietet sein Sound die ideale Hintergrundmusik.

Als der Mann des Abends die Bühne betrat, standen wir noch in der Schlange an der Bar. Als ich endlich an der Reihe war, rief ich der Bardame leicht angesäuert meinen Wunsch zu und hatte nach gut 25 Minuten der Ansteherei dann auch endlich mal eine Cola für Laura und mich ergattern können. Zu spät für Plätze in den ersten Reihen, gesellten wir uns zum Mittelfeld, das scheinbar wenig Interesse an der Musik selbst hatte. Selten habe ich eine Show erlebt, auf der so viel gequatscht wurde. Statt Teenies mit Smartphones gab es dort desinteressierte Plappermäuler, die sogar Dave Hause dazu brachten immer leiser zu spielen und ein herzliches "Fuck you, you dumb fucks!" auszustoßen. Erst bei Songs wie Time Will Tell, C'mon Kid und Resolutions zeichneten sich die Fans von den Schwätzern ab und ein bisschen Stimmung kam auf. Wie der Name der Tour - Devour Tour - schon verriet ging es allerdings vorrangig um das neue Album. Bis auf zwei oder drei Songs wurde Devour komplett gespielt. Fand ich bei The Gaslight Anthems Handwritten uncool, an diesem Abend aber durchaus okay. Selbst Songs, die ich auf dem Album eher schwach finde wie Father's Son und Becoming Secular konnten mich live dann doch irgendwie überzeugen. Bricks setzte dem Abend dann das Krönchen auf. Für mich einer dieser Songs, die man hört und sofort wie maßgeschneidert eine Erinnerung damit ankleidet. Emotionaler Overkill meinerseits und ein riesiges Danke für den wunderbaren Abend an Herrn Hause - und natürlich an Laura.

Für last minute Interessenten, vier Shows in der "Nähe" stehen noch aus. Eine davon in Deutschland. Hingehen lohnt sich, versprochen!

29.11. Zürich – Dynamo
01.12. Graz – PPC
02.12. Wien – B72
03.12. Stuttgart – Universum

Der Rest kann sich die Platte bei Spotify hier anhören - oder kaufen.


1 Kommentar:

  1. Arghhhh, ich wohn zu weit weg :(
    Übrigens finde ich, dass du einen wirklich guten Musikgeschmack hast :)

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