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10. November 2013

Prince Avalanche

Wenn Lukas einen Film vorschlägt, dann ist das meist ziemlich sicher ein Hit. So auch beim letzten Mal. Nicht nur ist das winzige Kino in Rüttenscheid absofort mein Lieblingskino, sondern auch der Film war auch ausgesprochen gut. Merkwürdig, bewegend und urkomisch - Prince Avalanche.

Texas, Sommer 1988: In einem von Bränden zerstörten Waldgebiet erneuern Alvin (Paul Rudd) und Lance (Emile Hirsch) die Fahrbahnmarkierungen. Meter um Meter arbeiten sie sich durch die Einsamkeit und kommen nicht nur dem Ziel, sondern auch sich selbst näher. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein: der eine liebt die Einsamkeit, der andere verzweifelt an ihr. Lance scheint nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein, Alvin Thoreaus Buch Walden ein paar Mal zu oft gelesen zu haben. So bestreiten sie ihren Alltag in der Wildnis, treffen außer einem alten Truckfahrer nur eine alte Frau in den Trümmern eines verbrannten Hauses. Das tut dem Film jedoch keinen Abbruch. Er kommt wunderbar ohne große Dialoge und verstrickte Handlungsstränge aus. Großartige Bilder eingefangen von Tim Orr und gewaltige Musik von David Wingo und der Band Explosions in the Sky machen den Indiependent Streifen von David Gordon Green, der seines Zeichenes einst den Film Ananas Express machte, zu einer fabelhaften Tragikomödige, die den silbernen Bären auf der Berlinale für die beste Regie und einen Gang in das Kino eures Vertrauens allemal verdient hat. 

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