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3. Juni 2013

Auf der Suche nach Kaffee; und sich selbst.

Was könnte man sinnvolleres  an einem Montagabend in Essen machen, als ins Kino zu gehen? Schließlich ist Montag Kinotag. Und Oh Boy lief nur noch bis letzte Woche. Da ich eine Schwäche für kleine, niedliche Kinos, wie das Astra Theater, habe, in denen man die Filmrolle noch rattern hören kann, und den Film eh schon lange sehen wollte, war der letzte Montag also der ultimative Zeitpunkt. 

Oh Boy, die preisgekrönte Abschlussarbeit für die deutsche Film- und Fernsehakademie des deutschen Drehbuchautors und Regisseurs Jan-Ole Gerster, erzählt die Geschichte des jungen Niko Fischers, der  in Berlin so vor sich hin lebt. Zwei Jahre ist es her, dass Niko (Tom Schilling) sein Jurastudium abbrach. Was er seit dem tut? Nichts. Was der Papa dazu sagt? Nichts. Denn der weiß das gar nicht und überweist munter weiter monatlich 1000€, um seinen Sohn zu unterstützen. Bis er rausfindet, dass dieser eben seit zwei Jahren nichts mehr macht, und ihm den Geldhahn zudreht. Ohne Arbeit und ohne auch nur einen Hauch einer Idee für den weiteren Verlauf seines Lebens wird Niko plötzlich von der harten Wahrheit überrollt.

Es war tatsächlich mein erster Schwarzweißfilm. Aber Tom Schilling ist auch ohne Farbe nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch das Zusehen immer wert. Neben seiner tollen Leistung, porträtiert Regisseur Gerster das Berliner Leben mit all seinen schönen als auch seinen häßlichen Seiten. Mit einer ordentlichen Portion Selbstironie, aber auf äußerst authentische Art und Weise und nicht überzogen. Trotz Farblosigkeit mangelt es dem Film nicht an Leben. Die sehr gelungene Mischung aus Melancholie und kräftigen Lachern, macht neugierig auf weitere Werke des jungen Regisseurs. Bis dahin sollte man Oh Boy aber definitiv gesehen haben. Es lohnt sich!

Kommentare:

  1. Ansprechend und verwirrend zugleich.

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  2. "Oh Boy" habe ich vor ein paar Wochen gesehen und auch war auch begeistert. Wirklich wunderbarer Film mit einem zauberhaften Tom Schilling in der Hauptrolle. <3 Gut, dass du ihn dir noch anschauen konntest. Ich finde, dass es auf jeden Fall ein Film ist, für den sich der Eintritt lohnt.

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  3. Wundert mich, dass der noch im Kino läuft, wir haben ihn seit knapp drei Wochen schon im Verleih. Er steht ganz oben auf meiner To-Watch-Liste, auch wenn ich dieses Semester im Filmgeschichtsseminar eigentlich schon mehr als genug Schwarz-Weiß-Filme gesehen hab. (;

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  4. Man nimmt Tom Schilling seine Rolle ab. Es ist ein Film der sich lohnt noch ein zweites mal zu sehen. Ich war begeistert.

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