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17. April 2013

Saturday Night's Anger Management

Während die Tanzwütigen am Samstag durch die Clubs der Stadt zogen, saß ich auf dem Sofa und faltete Origami Kraniche im Kerzenschein. Ganz schön romantisch von mir. Die Idee meinen Flur mit von der Decke hängenden Papierkranichen zu schmücken habe ich schon seit Ewigkeiten. Die Muße mich hinzusetzen und tatsächlich endlich welche zu falten hatte ich allerdings nie - bis gestern. Nach dem Feierdebakel am Freitag hatte ich keine Lust auf wilden Trubel und kramte mein Origamipapier hevor. 

Ich habe gelernt Kraniche zu falten, als ich mit Koreanern in Sydney gearbeitet habe. Aus lauter Langeweile hab ich das während der Arbeit dort wirklich perfektioniert. Für alle, die nicht das Glück haben bei wahren Origamimeistern in die Lehre gehen zu können, gibt es zahlreiche Anleitungen bei youtube. Ich muss gestehen, es dauerte einen Moment, bis ich wieder drin war, aber sobald man den Dreh raus hat, kann man wunderbar nebenher Gilmore Girls (oder ähnliches) schauen. Genau das, was ich an diesem Samstag brauchte. Was ich allerdings noch gebraucht hätte war eine Leiter. Ja, Mama, du hast es mir schon so oft gesagt: ich brauche eine Leiter. Aber da ich wahrscheinlich eh zu faul gewesen wäre sie mir aus dem Keller zu holen, habe ich einfach meinen Esstisch - der eigentlich eher ein Tapeziertisch ist - zweckentfremdet. Gar nicht mal so stabil das gute Teil, also bitte besser nicht nachmachen. Oder zumindest jemanden mit dem Festhalten und/oder Auffangen beauftragen.

Was man dazu braucht?
Origamipapier, gibt es z.B. günstig bei Amazon
Weißes oder durchsichtiges Garn und eine dünne Nadel
Tesafilm oder Heftzwecken
Eine Leiter
Geduld



Sind alle Kraniche gefaltet, nimmt man eine dünne Nadel und Garn in gewünschter Länge und Farbe, macht einen Knoten ans Ende des Fadens, damit dieser nicht durch das Loch durchrutscht und piekst von unten durch die Mitte des Kranichs. Für Faule gibt es natürlich auch die Möglichkeit den Faden einfach mit Tesafilm an den Kranich zu kleben. Wichtig ist, dass er nicht Schlagseite bekommt und schief hängt. Hat man alle Kraniche auf Garn gezogen, muss man sie nur noch aufhängen. Auch hier kann man faul sein und sie einfach mit einem Stück Tesafilm unter die Decke pappen. Schöner sieht es allerdings aus, wenn man sie an weißen Heftzwecken befestigt und diese vorsichtig in die Decke drückt. Das verringert auch das Risiko, dass sie wieder herunterkommen.
Für die Bastellegastheniker und wirklich, wirklich Faulen gibt es sogar die Möglichkeit schon fertige Kraniche zu kaufen. Hier zum Beispiel. Aber wo bleibt da der Spaß? Der Aufwand ist zwar riesig, denn es steckt viel Arbeit in diesen kleinen Papiervögelchen, allerdings ist das Ergebnis dafür doch umso schöner - und eben selbst gemacht. 

Kommentare:

  1. Supersüße Idee! Bin leider gar kein Bastelfreund, aber solche Anleitungen sind ja eigentlich immer relativ gut nachzumachen und das Ergebnis ist dann ja meistens ziemlich toll. :)
    Liebe Grüße, Mara

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  2. puah voll gut! ich bin ja auch gerad dabei mein zimmer neu zu machen, da wäre irgendwas aus papier ne gute sache.. ;)

    ach übrigens - das mit den klamotten rauslegen, mache ich irgendwie nur sonntagabends. ich nehme es mir zwar immer vor, aber dann..

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  3. toll :) plane auch irgendwas aus papier, aber ich glaube die kraniche sind mir zu heavy für den anfang. vielleicht erstmal ein paar bötchen ;)

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