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8. Februar 2013

Fernweh Freitag: Sydney

Dieses Foto hab ich eines Abends auf der Aussichtsplattform des Sydney Sky Towers gemacht. Anschauen kann ich es immer noch nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So schön und erlebnisreich die Zeit Down Under war, so sehr vermisse ich auch das Land, die Stadt, die Menschen. Daher stellte ich auch mit großem Entsetzen vor einigen Wochen fest, dass es schon drei Jahre her ist, dass ich meinen riesigen Rucksack packte und ans Ende der Welt flog. Drei Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Dabei fühlt es sich noch wie gestern an, dass ich mit zusammengekniffenen Augen in die australische Sonne Sydneys blinzelte ,während ich den Flughafen verlies. Seit dieser Sekunde schlägt mein Herz für Sydney und es vergeht kein Tag an dem ich mich nicht mindestens einmal zurück wünsche. 

Der Plan: 
Nachdem Abi zog ich aus und nach Münster. Dort absolvierte ich ein freiwilliges Praktikum an einer Förderschule. Nach dem Praktikum, zurück in der Kleinstadt und im Hotel Mama, fiel mir die Decke auf den Kopf. Also beschloss ich kurzerhand zu verreisen, suchte das nächstbeste Reisebüro auf und buchte einen Flug nach Sydney. Los ging es schon vier Wochen später.
Kostenpunkt: 1600€. Bucht man früher, dann kann man schon noch den ein oder anderen Euro sparen.  


Die ersten Tage:
Die ersten anderthalb Wochen habe ich bei einer Freundin meiner Mama verbracht, die mir Unterschlupf gewährte. Um Jetlag und Schüchternheit abzulegen, ein bisschen Sonne zu tanken und Papageien mit Apfelkitschen auf der Verranda zu füttern. Sonnenuntergänge am Dee Why Beach bieten wunderbare Postkartenmotive und bestätigten mich darin, dass es die beste Idee meines Lebens war so kurzfristig zu verreisen.

Von der behüteten Umgebung ins wilde Backpacker Leben:
Da ein guter Freund bereits in Sydney war, blieb mir die Suche nach einem guten Hostel erspart und ich zog einfach zu ihm ins Harbour City Backpackers. Mittlerweile heißt dieses Elephant Backpacker. Dort verbrachte ich meine gesamte Zeit, wann immer ich in Sydney war. Gemeinsam mit immer mindestens 7 weiteren Abenteurern erlebte ich dort ruhige Filmabende auf dem Zimmer, kulinarische Gipfeltreffen in der Gemeinschaftsküche, euphorische Fußballnächte (Hallo, Zeitverschiebung!) im TV-Room zur WM und wilde Pub Crawls mit dem Partybus. Von Deutschen und Holländern über Engländern, Iren und Franzosen zu Schweden, Amerikanern und Australiern, lernte ich einen bunten Haufen toller Menschen kennen. Zu vielen habe ich bis heute noch Kontakt. Möchte man Weggehen im richtigen Backpackerstil, empfiehlt sich das Gaff. Dort tauscht man Würde und Anstand gegen Free Drink Vouchers an der Tür und stürzt sich ins Vergnügen (Verderben). Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es diesen zwielichtigen Laden wirklich noch gibt. Es gab Gerüchte, er hätte dicht gemacht. Hat man Lust auf eine hübsche Bar mit Livemusik, ist die Sugar Mill im Kings Cross genau das Richtige. Dort spielt Montags bis 22 Uhr ein reizender Gitarrenjunge und verzaubert nicht nur die Damen.
Ein Ausgehtip meinerseits: Finger weg vom Goon! Es wird nicht ohne Grund von Backpackern (auch von Einheimischen!) Pennerpisse genannt. Selten hatte ich einen schlimmeren Kater und Filmriss, wie von diesem Teufelszeug. Investiert besser ein paar Dollar mehr, obwohl es schon so teuer genug ist - es lohnt sich!




Unterwegs:
Wann genau ich mich in Sydney verliebte, weiß ich nicht. Aber Spaziergänge bei Nacht durch die menschenleere Innenstadt und der atemberaubende Blick auf den Circular Quay von der Harbour Bridge haben wahrscheinlich ihr übriges dazu getan. Stets an meiner Seite der schönste Engländer und beste Tour Guide von allen. Um eine Stadt kennenzulernen, hält man sich am besten an jemanden, der dort lebt oder sich wenigstens gut auskennt. So verbrachte ich viele Tage und Nächte laufend durch die schönsten Straßen und Bier trinkend an den besten Aussichtspunkten. An einem sonnigen Nachmittag gibt es nichts schöneres als ein Picknick auf dem kleinen Hang des Observatory Hills. Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf die Harbour Bridge und den Luna Park, einen Freizeit Park in dem Erwachsene wieder zu quietschenden Kindern werden. Vorsicht aber vor ausgehungerten Kakaduschwärmen, die futtern einem nämlich die Kekse weg. Wie man sieht, in Sydney gibt es unendlich viele Möglichkeiten seine Zeit zu verbringen. Die umliegenden Strände Bondi, Bronte, Coogee und Manly laden an heißen Tagen zum rumhängen und braun werden ein. An nicht ganz so heißen Tagen kann man stundenlang durch Sydneys Zoo laufen und die fremden Tiere bestaunen. Regnet es, lohnt es sich dem spannenden Aquarium und dem größten 3D Kino der Welt am Darling Harbour einen Besuch abzustatten.

Musik:
Die Musikszene in Sydney hat einiges zu bieten für ähnlich Begeisterte wie mich. Als ich die Plakate für das Soundwave Festival sah, schlug mein Herz Purzelbäume. Dass ich dann auch noch jemanden fand, der mich begleitete, freute mich noch mehr. Schließlich gibt es nicht viele, die sich die Art Krach anhören, die ich Musik nenne. Für umgerechnet 120€ sahen wir unter anderem Jimmy Eat World, Taking Back Sunday, All Time Low, Placebo, A Day To Remember, Paramore, Set Your Goals, Gallows, The Almost, Alexisonfire, White Chapel und This Is Hell. 120€ für nur einen Tag ist für deutsche Verhältnisse zwar extrem viel, aber es war das Geld definitiv wert. Viele der Bands hörte ich als ich 15 oder 16 Jahre alt war und freute mich darauf sie endlich mal live zu sehen. Wichtig ist bei so einem Festivalbesuch im australischen Sommer eine 1,5L Flasche Wasser, Sonnencreme und ein Bikinioberteil unterm Shirt, das man dann kurz vorm Hitzetod doch noch ausziehen kann. So klug war ich nämlich nicht. Beim nächsten Australien Trip steht ein Parkway Drive Konzert ganz oben auf der To-Do-Liste. Am liebsten in Byron Bay, dort ist es nicht nur sehr schön, sondern dort kommen die Herren auch noch her.

Hat man es erst einmal  ans Ende der Welt nach Sydney geschafft, gibt es oft nur zwei Sichtweisen. Man liebt es, oder man hasst es. Letzteres ist mir allerdings schleierhaft. Meine Position dürfte klar geworden sein und ich kann es kaum erwarten, endlich meinen Flug für nächstes Jahr zu buchen. Es ist jetzt lange genug her und noch länger möchte ich es nicht mehr vermissen, das Gefühl, dass ich bekomme, wenn ich durch die Straßen Sydneys laufe.

Wenn alles gut läuft, müsste ich in etwas mehr als einem Jahr wieder durch die Straßen meiner Lieblingsstadt schlendern. Bis es soweit ist, wälze ich weiterhin Fotos und verfasse vielleicht noch den ein oder anderen Flashback Friday Post zu verschiedenen Orten meiner Australienreise. Das schürt zwar das Fernweh ungeheuerlich, macht es aber auch gleichzeitig ein bisschen besser.


Dieser Post wird übrigens auch auf Arianes Blog heldenwetter neben anderen wunderbaren Reiseberichten zu finden sein. Schaut unbedingt mal dort vorbei! Für alle, die das Reisefieber gepackt hat nachdem sie diesen Post gelesen haben, stehe ich auch sehr gern für Rückfragen und weitere Tips zur Verfügung.

Kommentare:

  1. War seeeehr schön vorhin! Hast nun eine Leserin mehr! :)

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  2. danke! (: wow, das hört sich ja echt traumhaft an, ich glaub ich muss sydney auch mal einen besuch abstatten! (:

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  3. hhhmm. bin grad beim googeln nach Harbor city hostel hierrauf gestoßen. Bei mir ist genau 4 jahre her dass ich nach sydney bin (fuer ein jahr australien backpacking)
    auch wenn jeder iwie die gleichen dinge dort unten sieht (die selstsamen vögel im hyde park), erlebt (saufnächte und fruit picking) usw. ist es für den einzelnen was krass besonderes.
    ich wünschte das leben wäre kontinuierlich so wie da unten.
    seufz... ^^

    Luca

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