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14. November 2012

Kalter Entzug

Jeder hat etwas von dem er abhängig ist. Etwas, von dem man nicht genug bekommt, ob man es nun braucht oder nicht. Das können harmlose Dinge wie Schokolade sein, oder teure, wie zum Beispiel Markenkleidung. Manche dieser Dinge sind nicht besonders gut für unsere Waage oder unser Konto, andere sind sogar gesundheitsgefährdend. Sich selbst eingestehen, dass man von etwas abhängig ist fällt wirklich schwer. Schafft man diesen entscheidenden Schritt jedoch, ist man schon einen großen Schritt weiter.

Ich habe eine Schwäche für teure Nixon Uhren, ich sammle Schlauchschals und Bücher. Für mein Konto ist das weniger gut, mit meinem eigentlichen Laster haben diese Dinge aber weniger zu tun. Meiner Meinung nach passt nichts so gut zu einer Tasse Kaffee, wie eine Zigarette und das abgestandene Kölsch in der Kneipe schmeckt auch nur so gut, weil sämtliche Sinne vom Rauch vernebelt sind. An Sommertagen auf einer Wiese raucht es sich ganz wunderbar und nichts komplettiert das Outfit einer wilden Freitagnacht so, wie eine Zigarette lässig im Mundwinkel baumelnd.

„Abhängig sein“ ist ein starker Ausdruck, den ich in Verbindungmit meinem Laster selten – und ungern – benutzt habe. Aber wenn ich ehrlich bin, ist dieses „wenn ich wollte, könnte ich sofort aufhören“ doch gar nicht so einfach getan wie gesagt.  Statt an dem aus reinem Gift bestehenden Glimmstengel zu lutschen, knabbere ich jetzt an meinen Fingernägeln. Selten sahen diese so schrecklich aus. Habe ich nicht meine Finger im Mund, so ist dieser mit süßen Leckereien gefüllt und somit beschäftigt. Ich vermeide Bars und Alkohol, meine rauchenden Freunde (Sorry!) und Kaffee. In meiner Wohnung herrscht striktes Rauchverbot und Feuerzeuge werden nur noch zum Anzünden von Kerzen benutzt.

Aber es hilft: nach nur anderthalb Wochen fange ich an den kalten Rauch, den andere in die Luft blasen, als unangenehm zu empfinden. Überkommt mich die Lust auf eine Zigarette, umklammere ich (gedanklich) fest meine Ausgabe von „Endlich Nichtraucher!“ und schon lässt die Lust nach. Selbst die eine Zigarette, die ich letztens zu einem Cocktail rauchen wollte, schmeckte plötzlich überhaupt gar nicht mehr. Ganz weggehen werden diese Gelüste wohl nie, sagt Mama. Aber ein Blaubeermuffin passt auch ganz gut zum Kaffee und eine kalte Cola schmeckt eh besser als ein abgestandenes Kölsch.

Und kommt es wirklich mal hart auf hart, dann lese ich die ein oder andere Seite meiner Nichtraucher Lektüre. Bis jetzt gelingt es mir aber auch ganz gut ohne und Mama ist stolz. Eine bessere Motivation wird sich kaum finden. Abgesehen von den Unmengen Geld, die ich nun spare.

Kommentare:

  1. Und das Geld, was du nun gespart hast, kannst du in einen neuen Schlauchschal, ein Buch oder eine Uhr investieren, da hast du auch länger was von. ;o)

    lg
    zelakram.blogspot.com

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  2. Ich bewundere dich, dass du das durchziehst. Ich hab die Nichtraucher Lektüre auch hier liegen .. Nach der Hälfte des Buches hab ich aufgegeben, es überhaupt zuende zu lesen. Ich werds aber irgendwann auch noch schaffen :) Dir noch ganz ganz viel Erfolg!
    Tasmin

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  3. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg!Sei stolz auf dich,dass du bisher so erfolgreich durchgehalten hast!

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  4. Nicht nur deine Mama ist stolz auf dich. Ich freu mich auch für dich! Was meinst du, treffen wir uns mal wieder auf eine Kalte Cola beim nächsten vainstream? Würde mich ehrlich freuen :)

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  5. Durchhalten! Ist zwar hart, aber du schaffst das ;) Drück dir die Daumen.

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  6. Hey :) Wollte dir eben sagen, dass du bei meinr Blogvorstellung dabei bist. Klick: http://this-whole-life.blogspot.de/2012/11/blogvorstellung-3.html

    Grüße.

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  7. wow, starker text!
    und ich finds ganz toll, weil du das ganze echt auf den punkt gebracht hast. wünsche dir viel erfolg :)
    lg farina

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