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17. September 2012

Lights will guide you home

Es ist merkwürdig, wie still und leise ein Leben endet und die Welt sich einfach weiterdreht, als wäre sie nicht für irgendwen gerade irgendwo zusammengebrochen. Es ist merkwürdig, wie Dekaden in wenige Kisten passen und letztendlich nichts anderes zu sagen übrig bleibt, als ein paar aufmunternde Worte an die Hinterbliebenen. Wenn aus einem farbigen Foto eins in schwarz/weiß wird, dem Anlass entsprechend. Es ziert die Anzeige in der Zeitung, die eine Flut von handschriftlich adressierten Umschlägen auslöst. Oft die selben Karten, der Text standardisiert, die älteren Generationen wissen, wie es geht.

Ich nicht. Es ist nicht neu, aber diesmal anders. Bewusster, realer, vielleicht schmerzhafter. Auch, wenn es eine Erleichterung war - wie man so schön sagt. Es zu sagen und gesagt zu bekommen macht es trotzdem nicht besser. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, sangen auch schon Kettcar. Aus anfänglicher Taubheit und Leere entsteht plötzlich eine Welle von Traurigkeit, die rasend schnell auf einen zu rollt. Mutig stelle ich mich ihr, lasse mich überrollen, umreißen und mitschleifen. Schwimme auf dem Strom der Erinnerung, tauche ein, in süße Kindheitserinnerungen und schmeckte plötzlich statt salzigen Tränen, ein letztes Mal den so unvergleichlich guten Haferschleim. Und ich muss lächeln. 

Für die Kindheit ohne Gleichen.
Für die Unterstützung ohne Gegenargumente.
Für die Liebe ohne Grenzen.
Danke.

Kommentare:

  1. viel kraft wünsche ich dir!

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  2. ich weiß so gut, wie du dich fühlen musst. genieße die erinnerungen, damit sie nie verblassen.
    L.

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  3. Total schön geschrieben! Zum Glück gibts Erinnerungen, die bleiben und uns beim zurückdenken ein Lächeln aufs Gesicht zaubern können!

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  4. die gefühle, die du beschreibst, kommen mir so bekannt vor... egal, wie erlösend es vllt auf der einen seite ist, ich hatte immer das gefühl, dass auch ein stück meiner kindheit gestorben ist. auch wenn die erinnerungen bleiben.

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