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10. August 2012

Take heart, stay Punk!

Bob Dylan, Neil Young, ein paar Kerzen und ich.  Dieses wohlige Gefühl von Ruhe und Sorglosigkeit. Das kommt momentan eher selten zu Besuch.
Als ich am Samstag in meiner eigenen Wohnung zu Besuch war, erwartete mich dieses Gefühl schon. Nahm mich in seine Arme und wiegte mich in den Schlaf. Mein Bett, meine eigenen vier Wände - ganz für mich allein. 

Irgendwie schon komisch, dass der Ort an dem ich den größten Teil meiner Kindheit verbrachte, die vier Wänden in denen ich erst meine Puppen, dann mich und später sogar Jungs an- und auszog,  mir nicht mehr dieses heimische Gefühl gibt. Ich fühle mich deplatziert. Das sind nicht meine Bücher im Regal und nicht meine Ordner auf dem Schreibtisch. Es ist nicht mein altes Kinderbett, sondern das meiner Schwester. Es ist auch ihre Bettwäsche und ihre Erinnerung, die daran klebt. All die vertrauten Gerüche, Gedanken und Geschichten, die mein Zuhause mir tagtäglich ins Gewissen ruft, stimmen mich in letzter Zeit eher nachdenklich und melancholisch. Süße Kindheitserinnerungen verblassen. Vielleicht sollte ich mal wieder die alten Fotoalben hervorkramen. Stundenlang alte Fotos wälzen löst immer ein bisschen Kindheitsgefühl in mir aus. Wenn die bunten Kindheitsgedanken zurückkehren, dann ja auch vielleicht das Gefühl von Heimat.

Heimat, das ist meine Herkunft. Die Kleinstadt. Mein Zuhause ist das hier aber schon lange nicht mehr. Mein Zuhause wechselte in den letzten drei Jahren zwischen zwei Kontinenten, drei Städten und vier Wohnungen. Home is where your heart is, aber was, wenn man gar nicht mehr weiß wo man das hat? Mein Herz ist immer da wo ich auch bin - immer wenn es geht jedenfalls. Und ich gehe dahin, wo mein Herz hingeht, jedenfalls hab ich das vor. Zuhause ist ein sehr dehnbarer und flexibler Begriff. Eigentlich kann ich mich überall niederlassen, wo es mir gefällt. Ich hatte noch nie ein Problem damit mich irgendwo einzufinden. Jetzt allerdings habe ich den Drang mich niederlassen zu können und mal zu bleiben.

Ich weiß mit Sicherheit, dass ich hier in der Heimat immer wieder aufgenommen werde. Komme was wolle, mein Elternhaus ist wie ein Fels in der Brandung. Nimmt mich auf, wenn ich Schutz brauche und baut mich wieder auf, damit ich nochmal Anlauf nehmen kann. Jetzt allerdings möchte ich groß, stark und selbstständig sein. Möchte sesshaft werden, meine eigene Festung haben, die mir als Fels dient, auf den ich mich retten kann, wenn der Alltagsstrudel mich in die Tiefe reißen will. Will spießig werden, alt und zufrieden. Und im Herzen immer young, wild and free bleiben - und punk. Aber eben mit dem kleinen bisschen Sicherheit. Dem Gefühl von Zugehörigkeit, Geborgenheit und Sicherheit, die einem die eigenen vier Wände so unvergleichlich bieten. Ankommen und sagen können "Ich bin Zuhause." und es wirklich meinen. Das will ich. 

1 Kommentar:

  1. Deine Wurzeln wirst Du immer mit Dir tragen. Manchmal scheinen sie sehr zu verblassen. Doch wenn man sie braucht, dann sind sie da, und man besinnt sich darauf, woher man kam. Und das ist gut, finde ich, gerade auch in Deinem Fall, weil Deine Kindheit ja gut war, wie Du beschreibst.

    Liebe Grüße, Tamaro

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