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5. Juli 2012

What happened?

When it began, for those who don't know // it didn't matter how you looked or what you wore to a show // dress codes, FUCK NO! we didn't care // about the brand of your jeans and all that shit in your hair // but now the biggest part is all about the image and not the art. 

Aber echt mal, was ist da passiert? Wenn ich lese, und das ist jetzt kein persönlicher Angriff, dass große Modekaufhäuser Blogger auf Festivals schicken um über Kleidung zu schreiben, dann dreht sich mir der Magen um.

Fahre ich auf ein Festival, dann packe ich die usseligsten, ältesten Sachen ein, die ich zur Not einfach auf dem Zeltplatz zurück lasse, wenn es wieder nach Hause geht. Ich dusche nur in Notsituationen und trage meine Haare in praktischen Duttfrisuren. Ich kleistere mir kein Make-Up ins Gesicht und ziehe mir nicht den perfekten Lidstrich. Das einzige, dass ich mir ins Gesicht klatsche ist vielleicht ein bisschen Sonnencreme. Oder Schlamm.

Ich schau mir Bands an. Für die ich Geld bezahlt habe, weil ich ihre Musik mag, weil ich mit Freunden Spaß haben möchte, weil ich im Regen tanzen will. Ich will auf Wiesen liegen und Bier trinken, schief und vor allem laut meine Lieblingslieder mitgröhlen und nach einem gelungenen Tag in mein stickiges, feuchtes Zelt fallen. Nach Festivals muss man stinken, Rückenschmerzen haben und noch zwei Wochen später kaum Worte für die vergangenen Tage finden können.

Festivals sind ein Ort des Zusammenkommens von gleichgesinnten Musikliebhabern. Seit wann geht es da plötzlich um das coolste Outfit, die hipsten Accessoires oder den trendigsten Nagellack? Wieso müssen Gummistiefel glitzern? Wieso müssen möglichst viele Nieten eure Klamotten zieren und eine Vielzahl von Armbändern eure Arme schmücken, die Wolle Petry vor Neid erblassen lassen? Und verpasst man nicht die Hälfte, wenn man so viel Zeit in Styling investiert? Wer seid ihr zu entscheiden was in ist?

In ist, auf Festivals zu gehen und zwar der Musik wegen. Nicht mehr und nicht weniger.



Kommentare:

  1. WORD!
    Bald laufen nur noch solche Leute auf Festivals rum....am Besten, sie bauen noch kleine Containerhotels daneben, wo die Damen sich in federweiche Betten legen und sich jeden Morgen stundenlang zurecht machen können. Yeah!

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  2. Hätte ich nicht besser ausdrücken können und bin total deiner Meinung! Werde nächstes Weekend auch ein Festival besuchen aber bestimmt NICHT total gestylt und bestimmt auch nicht mit frisch lakierten Nägeln oder einem 2-Stunden Makeup. Ich werde mir was anziehen, was bequem ist, was nass und dreckig werden kann!Und was die Leute denken (und ich glaube sie denken eher was komisch, wenn man total gestylt daher kommt) geht mir am A... vorbei :)

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  3. haha, anspielung verstanden ;)

    da ich noch nie auf einem fesival war, kann ich da nur bedingt mitreden. aber es ist sicher richtig und selbst mir klar, dass man da eher klamotten mitnimmt, die auch mal dreckig werden oder kaputt gehen dürfen und dass die musik im vordergrund steht. vllt ist aber auch grade das spannende daran, wie die leute dann dort im endeffekt aussehen, unter den voraussetzungen. so nach dem motto: was machen modebewusste menschen auf einem festival aus sich, also unter "widrigen" bedingungen und eben für diesen "anlass".
    ich denke nicht, dass man damit gleich die ganze festivalkultur verrät, man muss vllt nicht alles so bierernst sehen ;)

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    1. ich wollte damit nicht auf dich anspielen, wüsste auch nicht wieso. es ist etwas, das mir auf der seele lag und mal raus musste. da du es aber so passend formulierst: machen modeunbewusste menschen etwa nichts aus sich? wir, und da zähle ich mich definitiv zu, machen uns dafür etwas aus der musik. nicht aus mode und schon gar nicht auf einem festival. dafür gibts fashion shows. festivals sind kein laufsteg. es geht nicht um sehen und gesehen werden. sondern um spaß an der freude und musik. meiner meinung nach.

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    2. ich meinte auch nicht, dass du das auf mich beziehst, sondern auf die h&m aktion. ich mache da nun ja nicht mit ;)

      es geht ja nicht darum, dass irgendjemand festivals zum laufsteg macht. man beobachtet nur einfach, was die leute dort anhaben. dafür müssen die sich ja nicht zurecht gemacht haben. aber viele, gerade im nordeuropäischen raum, haben einfach so ein gespür für mode, dass sie selbst dann toll aussehen, wenn sie sich keinen kopf drum gemacht haben und sich nur möglichst praktisch anziehen wollten.

      ich hoffe, du weißt, was ich meine. ich wollte jetzt hier auch keine diskussion anfangen :)

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  4. es fühlt sich tatsächlich einfach gut an, irgendwann an dem punkt anzukommen. und schön ist auch, zu wissen, dass es anderen auch so geht. man nicht allein ist. mit all dem crazy gefühlschaos.

    und wo ich gerade hier bin - du hast so recht. ich geh aufs melt! - weil die musik geil ist. und die leute. und ich einfach mal frei sein kann. und überall glitzer um mich werfen kann. und konfetti. und seifenblasen. und mit anlauf in die größte matschpfütze springen. und mal wieder kind sein. und den soundtrack zu meinem - eben diesem - leben live genießen.

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