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29. Juli 2012

Absence makes the heart grow fonder

Wie einfach wir es haben, wird mir gerade erst wieder bewusst, als ich das Gesicht einer Freundin erblicke, die momentan fast 9100km von mir weg lebt. Manchmal vergess ich den Luxus um mich herum. Ist ja irgendwie ganz selbstverständlich alles. Mich ärgert es schon, wenn ich mal nicht auf Anhieb eine SMS aufgrund von Netzverlust versenden kann. Schließlich bin ich es gewohnt, dass alles funktioniert. Wasser immer fließend, Strom immer da, Internet auf Schritt und Tritt. Darauf möchte ich gar nicht mehr verzichten. Die Zeiten in denen ich Brieffreundschaften schloss sind lange, lange vorbei.  Dabei lese ich gern Briefe. Auch Briefe schreiben kann Spaß machen, erleichtern, befreien. Hätte ich alle Briefe aufgehoben, die ich doch nie schicken konnte oder wollte, sie würden sicher einen ganzen Schuhkarton füllen. 

Man kann stundenlang darüber diskutieren, wie der Übergang von Stift und Papier zu Pinnwand und Posts zustande kam und ob und wenn ja, zu was er gut ist. Es lassen sich ganze Hausarbeiten über die Frage schreiben, ob Social Networks und Internettelefonie die Menschheit faul werden lassen und der Sinn zur Realität getrübt wird. Ob man das Bewusstsein für echte Freundschaft verliert und sein Leben aus der Wirklichkeit ins Netz verlagert. Generation Facebook hin oder her.

Für die Tatsache, dass ich nachts um eins noch das mir so vertraute Gesicht einer guten Freundin sehen kann, und sei es auch durch sechs Zeitzonen und einen Bildschirm getrennt, für diese Tatsache bin ich unendlich dankbar.

Blogvorstellung bei henryandtuula.

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