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29. Juni 2012

Fernweh Freitag: Bangkok

Die spontane Idee nach Thailand zu fliegen, halte ich immer noch für eine meiner Besten. Die drei Wochen, die wir dort verbrachten schwankten zwischen großartig und total verrückt, endlos genervt und manchmal auch verzweifelt. Dennoch waren es wahnsinnig tolle drei Wochen, die einiges bewirkten und veränderten. Aus Freundschaft wurde kühle Akzeptanz und, dass es Liebe auf den ersten Blick gibt ist hiermit bewiesen, quod erat demonstrandum.

Angefangen und aufgehört hat alles in Bangkok. 48 Stunden wach, Bier, Live Musik und Fußmassagen. Knutschen für den Taxifahrer und eine spontane Tattoosession machten die Reise unvergesslich. 

Bangkok ist in erster Linie einmal riesig. Unübersichtlich und riesig. Die Stromleitungen, ein Konstrukt, dass hier bei uns jedem Elektriker die Sprache verschlagen würde. Die Hygienebedingungen kommen unseren nicht mal im Ansatz nahe und auch die Kriminalität kennt keine Grenzen. Kulturschock vom feinsten für gut behütete Kleinstadtmädchen wie mich.

Um mitten im Getummel zu sein, quartierten wir uns in einem kleinen Hostel direkt auf der Backpacker- und Touristen-Meile, der Khao San Road, ein. Dort reihen sich Bars an Fast Food Ketten an Massage Salons an Tattoo Studios an Clubs an Ramschläden an Internetcafés. Während es tagsüber nur mäßig belebt ist, ändert sich der Anblick der Straße bei Anbruch der Dämmerung schlagartig. Es wird voller, lauter, bunter. Mehr Leute, mehr Lautstärke, mehr Lichter.

Allerdings gibt es auch noch eine Menge anderer Dinge, die man in Bangkok machen kann außer sich ins Nachtleben zu stürzen. Es gibt beispielsweise eine Art Flohmarkt, aber in einem viel größeren Ausmaß und über viele Straßen verteilt. Dort man Kettenanhänger in Genitalienform oder buddhistische Gottheiten aus Zinn kaufen kann. Aber auch schöne Dinge, wie zum Beispiel goldene Bilderrahmen.

Zur Regenzeit kann man auch ganz herrlich ins Kino gehen in Bangkok. Die Thais sind bekennende Kinoliebhaber und Filme laufen dort oft früher als hier und vorallem in Originalton. Kämpft man sich durch die unfassbar großen Shopping Malls und sonstige Center und schafft es tatsächlich sich auf einen Film zu einigen, ist ein weiterer Kulturschock Moment vorprogrammiert. Bevor der Film beginnt wird ein Propagandafilm über den König gezeigt bei dem alle aufstehen müssen. Über den König von Thailand lacht man nicht, man malt ihm auch keine Bärte auf den zahlreichen Plakaten, die so in der ganzen Stadt verteilt hängen. Merken wir uns, macht man nicht. Macht man es doch landet man im Knast.

Also: feiern, tanzen, Verrücktes tun, vllt auch Verrücktes essen, aber den Edding lassen wir besser zuhause. Sonst werden aus ein paar Wochen Urlaub schnell ein paar Jahre Knast und ich bin sicher die Fotos schaut sich dann niemand neiderfüllt an.

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