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22. Mai 2012

Eine Liebeserklärung.

Ich packe meinen Koffer für Berlin und nehme mit... Definitiv ganz wichtig ein paar hippe Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank meiner Großmutter, Tshirts mit Wölfen drauf, zwei, drei Hüte und viel zu große, verrückt geformte Sonnenbrillen, die nicht nur meine Augen sondern auch einen Großteil meines Gesichts bedecken. Für den Fall man geht in den Park oder an sonstige Orte an denen man sich der Öffentlichkeit so präsentieren kann ein paar Bücher von Autoren, die man so liest, vorzugsweise Bukowski. Ganz wichtig, und auch um die Bücher zu transportieren natürlich einen Jutebeutel. Und Sonstiges, dass einen deutlich als hippen Jugendlichen kennzeichnet. Bloß nicht auffallen im Touristendschungel und schlimmstenfalls als ein solcher erkannt werden. 
Oder, wie man in Berlin ein paar wirklich großartige Tage verbringen kann. Wo man die beste vegane Pizza isst und in welchen Club man geht um sich die Nacht mit Jennifer Rostock um die Ohren zu schlagen.


Mitfahrgelegenheiten sind etwas feines, denn man kommt kaum günstiger an einen anderen Ort, der nicht mit meinem Semesterticket oder mit den spärlichen Beträgen auf meinem Konto zu erreichen ist. So machten wir uns am Donnerstag auf den Weg gen Hauptstadt, voller Vorfreude. Das Auto groß, der Fahrer sympatisch und die Mitfahrer ignorierbar. Musik auf die Ohren, Kopf ans Fenster, Augen zu. Auf der Autobahn schläft es sich ganz fantastisch, finde ich.

In Berlin angekommen, wenn auch weit außerhalb, sich durch Fahrpläne und U- und S-Bahnlinien gekämpft und endlich der schweren Taschen entledigt, konnte unser Wochenende beginnen. Zur Stärkung gab es Vöner - bester veganer Döner der Welt! - in Friedrichshain, wo es irgendwie ganz schön ist. Ein langer Spaziergang von dort durch das RAW Gelände und über die Warschauerbrücke, eine Bahnfahrt nach Mitte, eine kurze Pause am Spreeufer, wo die Schaukel hängt und dann noch eine Runde über die Museumsinsel für den kulturellen Teil. Nachts, wenn alle Touristen schlafen, ist es dort wahnsinnig ruhig und menschenleer. Nahezu gespenstig, aber irgendwie auch sehr schön.

Den nächsten Tag, gestärkt mit einem späten Frühstück, machten wir uns auf um ein wenig durch die Läden zu bummeln, wurden aber eher in der wohl größten Buchhandlung fündig, in der ich je war. Von den Platten konnte ich mich kaum fernhalten, jetzt wo ich endlich einen Plattenspieler besitze. Gekauft habe ich allerdings bloß eine und die wird ein Geschenk für meine liebe Mitbewohnerin. Obwohl ich sie auch sehr gern selbst behalten würde. Auf dem Heimweg haben wir dann noch schnell dem Fotoautomaten auf der Warschauer Brücke den obligatorischen Besuch abgestattet.
Zurück zuhause gab es dann leckere selbstgemachte Kartoffelsuppe und Knoblauchbaguette von unseren lieben Gastgebern und riesige Vorfreude auf den anstehenden Geburtstag meines Liebsten. Woher die Müdigkeit kam, die uns kurz nach Mitternacht ins Land der Träume schickte, ist unklar, aber so waren wir immerhin fit für den nächsten Tag.

Bei perfektem Geburtstagswetter und erneut mit einem gigantisch guten Frühstück im Bauch machten wir uns auf den Weg zum Teufelsberg. Erstaunlich wie schnell man dem Großstadtdschungel Berlins entfliehen und weit und breit nur noch grün sehen kann. Ein langer Spaziergang durch Wald und Wiesen, ein steiler Aufstieg auf den Berg selbst und eine waghalsige Kletteraktion durch ein Loch im Zaun brachte uns dann auf das brachliegende Gelände der ehemaligen US-Abhörstation. Ein weiterer Aufstieg, der uns eine atemberaubende Aussicht auf Berlin versprechen würde, und die Enttäuschung dort jemanden zu finden, der uns dafür Geld abnehmen wollte. Schade, ich hätte gern einmal die Aussicht genossen und auch einige Fotos gemacht. So aber machten wir uns auf den Weg zurück, genossen eine Weile die Sonne auf einer Wiese irgendwo im Nichts und fuhren dann zurück nach Hause um uns für den Abend frisch zu machen.  Schließlich wartete die weltbeste vegane Pizza auf uns. Ich habe wirklich noch nie eine bessere Pizza gegessen, nicht mal eine "normale". Gestärkt und mit Wegbier ausgestattet machten wir uns dann auf den Weg zu einer Karaokeparty - mehr halbherzig. Es war mäßig und so steuerten wir die nächste U-Bahnstation an. Eigentlich wollten wir noch auf eine Party auf der ein alter Bekannter noch aus münsteraner Zeiten sein würde, aber die viele frische Luft des Tages hatten uns schon wieder müde gemacht. Ein Blick auf den Fahrplan verriet uns allerdings, dass wir direkt an der Haltestelle des Clubs vorbeifahren würden und so entschieden wir - spontan wie wir sind - doch vorbei zu schauen. Der Flyer versprach einen auflegenden Wilson Gonzales, aber mehr als ein billiges Double, das nicht einmal auflegte und einen der Bandbimbos von Jennifer Rostock. Es war großartig, scheiße, aber großartig zu gleich. Jägermeister und Bier im Wechsel ließen uns zu Blümchen und dem Sailor Moon Intro tanzen als gäbe es nichts besseres auf der Welt. In der Tat habe ich in letzter Zeit nichts schöneres erlebt als mit einer geliebten Person morgens um fünf Uhr aus einem Club nach einer durchtanzten Nacht zu kommen und im Hellen, Hand in Hand nach Hause zu laufen. Ein wahnsinnig gelungener Abschied aus der Hauptstadt.

Berlin, es war mir ein Fest. Auf bald.

Kommentare:

  1. Euer Wochenende hört sich super an. :) Ich bin auch bald in Berlin. So spannend wird es aber glaube ich nicht..

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  2. Hihi, Königslutter ;D Meine Ecke, fast.

    Hört sich nach einem super Wochenende an! Darauf hätte ich auch mal wieder Lust. :)

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  3. Nee schätzchen; die sind nicht grün; dass kommt nur vom bearbeiten. In "echt" sind sie normal blond :)

    Liebe Grüße
    http://keepcalmitscalledfashionbitch.blogspot.de/

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  4. Hey :) Bei mir läuft gerade eine Blogvorstellung und ich würde mich sehr freuen wenn du mitmachst :-) Also wenn du Lust hast dann einfach hier: http://hellooundpfiati.blogspot.com/2012/05/blogvorstellung.html draufklicken und los geht's!!
    Viele liebe Grüße
    Nina

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  5. hört sich auf jeden fall nach viel Spaß an :)) erstmal party machen mit wilson gonzales :D
    aber das mit dem "nicht als Tourist auffallen" ist sooo wahr! vorallem in so großstädten, wo alle richtig den geilen style haben :D

    Liebe Grüße :)

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