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17. Dezember 2011

Nicht verzagen, mal was wagen


Wenn gar nichts geht, geht Haare schneiden und färben. Immer. Bloß nicht stecken bleiben im Treibsand des Alltags. Wenn nichts zu gelingen scheint, dann kann ein bisschen Farbe wahre Wunder wirken. Ohne es zu bemerken, ziehen Zeit und Raum an einem vorrüber, es ist fast Weihnachten, das Jahr ist um. 1:0 für den 1. FC Apathie. Keine Zeit zum Leben. Mittendrin statt nur dabei ist eine Weile her. Das Motto dieser Tage lautet zuschauen wie das Leben vorbei zieht, ab und an mal lethargisch winken. Der Blick aus dem Hörsaal- oder wahlweise dem Bibliotheksfenster, vorausgesetzt man hat es aus dem Bett geschafft, drückt die Motivation tief in das schwarze Loch, in dem auch die gute Laune und der jugendliche Leichtsinn vor sich hin vegetieren.


Schafft man es aus dem Bett, überlebt den Gang zur Bahn und den Temperaturunterschied von Bahnsteig zu Bahn und erreicht tatsächlich die Lernstätte, dann dauert es in meinem Falle meist keine 10 Minuten um sich die vernichtende Frage nach dem Warum? zu stellen. Warum hab ich eigentlich mein warmes Bett verlassen? Zwei Vorlesungen später und um ein Geduldsfaden ärmer, auf dem Weg in die Bibliothek um dem schlechten Gewissen entgegen zu wirken, erneut die Frage warum. Warum? Ganz einfach. Die Ignoranz mit der ich der Klausurphase gegenüber treten wollte, die hat sich ins schwarze Loch zur guten Laune verzogen. Die haben da unten jede Menge Spaß, während ich jede Menge Bücher wälze. Essays und Hausarbeiten schreibe, Texte übersetze. Die Ferien um die Feiertage herum werden weniger besinnlich als eher als Chance gesehen, nicht unsinnige Vorlesungen besuchen zu müssen sondern direkt nach dem Aufstehen lernen zu können. 10 Klausuren in 8 Tagen, davon 4 in 2 Tagen. Selektionsverfahren, der Schwächste fliegt.

Die letzte Cola vor der Wüste war also der langersehnte Friseurbesuch. Mit "Mach halt, ich will was Neues." dankte ich dem Titel des kleinen, süßen Blondchens ab. Ab sofort bekomme ich Zigaretten und Schnaps ohne Ausweis und im Bus keine Ermäßigung mehr. Ein voller Erfolg, würd ich sagen. Bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Haare auch die Motivation aus dem schwarzen Loch hervorlocken. Das Wochenende bietet nämlich die letzte Möglichkeit eines 10 stündigen BIB-Marathons vor Weihnachten, fingers crossed!

Kommentare:

  1. oh mann, das klingt mies :( ich hoffe, du kannst die weihnachtstagse trotzdem genießen und ein wenig abschalten!

    irgendwie komme ich mir vor, als wäre ich die einzige, bei der momentan alles noch total entspannt ist...

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  2. Ohja, dieses leidige WARUM? kenne ich nur zu gut.... Aber irgendwann zahlt sich alles aus.

    Der neue Haarschnitt und die Haarfarbe steht dir gut :) Ich wünschte, ich würde es mal zum Friseur schaffen :D

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  3. du hast dich getraut!
    finde ich sehr schön. liiike!

    wir sehen uns in der heimat, denn wir haben ja noch ein date ;)

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  4. Ich bin absolut begeistert von deinem Schreibstil ^^, (auch wenn der Post echt alt ist), er passt auch in diesem Jahr. Nur tauschte ich die Uni gegen Arbeit, lethargisch winken tue ich dennoch ab und zu in diesen Tagen. Mein Leben rennt und ich fühl mich leider auf den Beifahrersitz verbannt.
    Tja, so kann's gehen.

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