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13. Oktober 2011

I hate this place but I love the chords.


Besser kann ich den heutigen Abend nicht in Worte fassen. Die Vorfreude auf den Abend war grenzenlos und nach dem etwas enttäuschenden City and Colour Konzert letzte Woche hatte ich mir vorgenommen meine Erwartungen runterzuschrauben. Kaum waren die ersten Töne gespielt, da schnellten mein Herzschlag, mein Endorphinspiegel im Blut und meine Erwartungen in Richtung unendlich. Als Chuck Ragan, Brian Fallon, Dave Andriano und Dave Hause die Bühne betraten erfüllte eine unbeschreibliche Atmosphäre die eigentlich so verhasste Live Music Hall. Wegen zu großer Nachfrage wurde die Revival Tour von Chuck Ragan, dem Sänger der Band Hot Water Music, vom kleinen, süßen Gloria Theater in die große, unpersönliche Live Music Hall verlegt. Im Nachhinein vielleicht doch gar nicht so schlecht, so war genug Platz für alle.

Drei Stunden lang gaben die vier Herren mit Unterstützung von Joe Ginsberg am Kontrabass und Jon Gaunt an der Fiedel ein kleines Potpurri ihrer eignen Songs, der ihrer Bands und ihre Lieblingslieder zum Besten gegeben. Angefangen mit Dave Hause, dem Sänger der Band The Loved Ones, der ein paar Songs seines neuen Albums Resolutions vorstellte. Der mir bis dato eher unbekannte Herr überzeugte mich allerdings in wenigen Sekunden durch ins Ohr gehende Melodien und mitreißende Texte. Mein Favorit war der Song C'mon Kid, dem er einem Freund schrieb als dieser schwer drogenabhänig war. Außerdem spielte zusammen mit Chuck den Song Trusty Chords von Chucks Band, Gänsehaut pur.
Wenig später übernahm dieser dann auch die Bühne und gab Songs wie The Boat, It's What You Will und Between The Lines zum Besten. Mein Herz schlägt schon eine ganze Weile für Chuck und seine Band und seit dem ich ihn letztes Jahr als Vorprogramm von The Gaslight Anthem sah, seit dem ist es um mich geschehen. Die unvergleichliche Stimme des Sängers löst in mir jedes Mal eine Welle der Emotionen aus und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.
Nach einem gelungenen Auftritt des Gastgebers war Dan Andriano an der Reihe. Der Sänger der Band Alkaline Trio, die ich vor Jahren schon kannte und erst letztens wiederentdeckte wollte lieber keine Songs seiner Band spielen ohne seine Kollegen und spielte daher zum Beispiel einige Songs seines Bandprojektes The Emergency Room. Auch hier unterstützten seine Tourgefährten ihn dann und wann mit Gesang und Gitarre.
Als letzter taumelte Brian Fallon auf die Bühne. Der sonst auf Konzerten schweigsame Herr war wie ausgewechselt, scherzte, wollte breakdancen, erzählte Anekdoten aus seinem Leben und von seinem Hund, der Angst vor Gewitter hat. Zuerst spielte er zusammen mit Ian Perkins einige Songs des neuen Bandprojektes The Horrible Crowes, über das ich vor einer Weile schon mal berichtete. Ab und an spielte er mal ein Lied, anfangs holperig, doch dann immer besser. Als er dann den Titelsong meines Blogs anspielte, da beschloss ich ihm Alkohol und Drogeneskapaden zu verzeihen.
Zum Abschluss führte Breakdance Brian noch ein kleines Kunststück vor und die Herren spielten einige Songs von The Gaslight Anthem und Chuck Ragan. So endete mit einer großartigen Zugabe der Abend gloreich.

Fazit: Bis gestern Abend dachte ich, dass das Bright Eyes Konzert im Juni unschlagbar war und auf der Konzert Top 5 diesen Jahres an der ersten Stelle bleiben würde. Aber, unverhofft kommt oft. Der gestrige Abend war dicht gefolgt vom Bright Eyes Abend einer der besten Konzertabende seit Jahren.
Außerdem wurde das Konzert aufgezeichnet vom WDR und wird wohl demnächst im Rockpalast zu sehen sein. Ich bin gespannt.


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